Capo Bianco - Skale dei Turchi - Licata - Punta Bracchetto

20.12.2022

 

Die Nacht war relativ ruhig. Heute haben wir zwei schöne landschaftliche Highlights. 

 

Zunächst fahren wir zum Capo Bianco bei Eraclea Minoa. Hier gibt es auch wieder eine interessante Ausgrabungsstelle, die wir uns allerdings dieses Mal nicht ansehen.  Uns interessieren mehr die steil abfallenden riesigen weißen Felsklippen des Capo Bianco. Es leuchtet wunderbar in der Sonne. Der Wanderweg hinunter ist leider versperrt wegen einer Baustelle, aber von oben hat man auch einen sehr schönen Blick.

 

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Das war ein schöner Spaziergang. Nach einer kleinen Pause geht es weiter nach Realmonte zur " Scala dei Turchi," zu Deutsch die Treppe der Türken. Bei der außergewöhnlichen Stufenformation handelt es sich nicht etwa um eine menschengemachte Treppe, sondern um einen gigantischen Felsen.

 

Die Scala dei Turchi beteht aus so genanntem Mergel, einem Sedimentgestein, das durch die Ablagerung von Silikaten wie Ton oder Silt und die gleichzeitige Ausfällung von Kalk entsteht. Wind und Niederschläge haben im Laufe der Zeit jene Stufen in das leuchtendweiße Mergelgestein geschlagen, denen es heute seinen Namen verdankt.

Die Bezeichnung türkische Treppe geht auf Sarazenen-Angriffe früherer Zeiten zurück. Muslimische Piraten, im Volksmund damals Türken genannt, sollen sich Sizilien über das Wasser genähert, die Insel über den treppenförmigen Berg betreten und hier mehrere Ortschaften überfallen haben.

 

In der Sonne mit dem türkisfarbenen Meer sieht es wunderschön aus und gilt als eines der schönsten Naturwunder Siziliens.

Das war sehr eindrucksvoll. Man kann sich das Schauspiel auch noch von unten ansehen, nur mit einem größeren Wohnmobil hat man nicht wirklich eine Chance, die Zufahrt zu nutzen, zumindest haben wir keine Möglichkeit gesehen.

 

Auf unserem Weg nach Punta Braccetto, wo wir etwas länger Weihnachten und Silvester verbringen wollen, liegt noch das Städtchen Licata. Hier haben wir uns für die Übernachtung einen Stadt-Stellplatz rausgesucht und hoffen, noch unterzukommen.

 

Bei unserer Ankunft sieht er eigentlich ziemlich voll aus, aber Toni, eine Seele von Mensch, freundlich und hilfsbereit, empfängt uns mit offenen Armen, es ist auch noch ein Plätzchen frei, wenn auch etwas eng. Ist aber nur für eine Nacht. Und wie immer: Ankommen, Einrichten und Spaziergang mit Benny. Direkt am Stellplatz führt der Weg zum Hafen. Wirklich schön. Und hier liegen so einige Millionen vor Anker. 

 

Wir machen einen ausgiebigen Spaziergang bis weit auf die Mole hinaus und werden auch noch mit einem Sonnenuntergang der Extraklasse belohnt. Ein interessanter Tag geht zu Ende.

 

Wir zahlen für den Platz 10,00 € und 1,50 € für verbrauchten Strom. Da gibt es nichts zu meckern. 

 

21.12.2022

 

Nun sehen wir zu, dass wir nach Punta Braccetto kommen. Hoffentlich bekommen wir noch einen Platz, es gibt dort 3 ACSI-Campingplätze nebeneinander, aber wir haben natürlich nichts gebucht oder reserviert.

 

Unterwegs unendlich viele Plastiktreibhäuser, wie wir sie bereits von Spanien kennen. 

 

Nach c.a 80 km sind wir in Santa Croce, dem nächst größeren Ort. Hier decken wir uns  zunächst noch mit einigen Lebensmitteln ein. Dann führen uns die letzten 6 km wieder durch Treibhäuser nach Punta Braccetto.

 

Unterwegs haben wir den CP Scarabeo empfohlen bekommen und den fahren wir auch zuerst an. Und wir haben so etwas von Glück, es sind noch 3 Plätze, die für uns in Frage kommen, frei. Wir nehmen den im vorderen Bereich, mit Blick aufs Wasser. Wir sind hin und weg und total begeistert. Hier gilt zwar nicht der ACSI-Preis, aber es gibt gestaffelte Sonderangebote. Bei 14 Tagen liegen wir recht günstig.

 

Wir richten uns häuslich ein. Das Wetter ist toll und wir haben nur wenige Schritte zum Strand. Einfach schön.

 

Unser Platz, der Strand und einer von noch vielen folgenden Sonnenuntergängen :)

 

22.12.2022

 

Heute wollen wir das erste Mal unser Vorzelt aufbauen. Wir haben es vor einigen Monaten günstig bei Ebay erworben. Wir hatten uns für einen sogenannten "Freisteher" entschieden, in der irrigen Annahme, dann auch mal mit dem Womo wegfahren zu können. Zumindest auf diesem Platz ist das überhaupt nicht möglich. Die Parzellen sind zu eng und ein gerades Rausfahren, noch dazu rückwärts, völlig illusorisch. Aber unabhängig davon hat es recht viel Volumen, der Auf- und Abbau zu zeit- und arbeitsaufwendig, es schließt mit dem Womo nicht ab und bei der Höhe unseres Fahrzeuges müssten wir grundsätzlich eine Leiter mitnehmen. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Bei den Maßen hatten wir uns auch nicht vertan, die sind schon ok. Wir werden es wohl wieder verkaufen und uns nach einer Alternative umschauen. 

 

Aber es war trotzdem ganz schön, in den 2 Wochen ein "erweitertes Womo" zu haben. Schuhe konnte man draußen stehen lassen, Schmutz wurde kaum reingetragen, und zudem hatte man noch einen tollen Außenkühlschrank .....

23.12.2022

 

Erste kleine Wanderung oberhalb der Steilküste:

24.12.2022

 

Es ist heute ein bisschen stürmisch. Bewährungsprobe für das Vorzelt.  Und wo wir gestern noch ohne Probleme gegangen sind, ist heute Wellengang.

 

Für heute Nachmittag sind wir von den Platzbetreibern zu einem weihnachtlichen Umtrunk eingeladen. So etwas haben wir bislang noch nicht erlebt und sind sehr gespannt. Was soll ich ich sagen, typisch italienisch. Es hat Spaß gemacht. Es wurden Dolci (Süssigkeiten) angeboten und Prosecco und Vino. Musik, aber nicht weihnachtlich. Es wurde in allen möglichen Sprachen geplaudert und man lernte andere Womoreisende kennen. Zum Abschluss bekam jeder eine sehr schöne Keramikkugel geschenkt. Eine sehr nette Geste. Die Zeit verging wie im Fluge und dann ging jeder seines Weges, um auf seine Art und Weise den Heiligabend zu begehen. 

 

25.12.2022

 

Heute Morgen lag das Jesuskind in der Grippe. 

 

Es wurde uns erzählt, dass solche Sägearbeiten ein Hobby vom Chef seien.

 

26.12.2022 - 03.01.2023

 

Die Tage verbringen wir mit Spaziergängen und Relaxen. Auch mal ganz schön, aber länger wie zwei Wochen können wir uns das zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht vorstellen. Highlight ist eine etwas längere Wanderung zum nahegelegenen Naturschutzgebiet "Randello". Zunächst läuft man aber entlang an einer zerklüfteten Felsenküste. Dann kommt man zum Naturschutzgebiet, eine Oase mit schönem Baumbestand und einem zartgrünen bewachsenen Waldboden. Ich habe es spontan als "Zauberwald" bezeichnet. Hier kann man einige km wunderbar wandern.

Überhaupt, es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Pflanzen jetzt im "Winter" blühen.

 

Silvester wurde hier auf dem Campingplatz relativ ruhig verbracht. Um 12 gingen wir raus Richtung Strand zum Anstoßen im unterschiedlichsten Sprachengewirr, in der Umgebung wurde das eine oder andere Feuerwerk gestartet (und leider auch einige sehr laute Böller, nicht so toll für die Hunde). Und nun haben wir schon 2023.

 

Morgen geht es weiter zu neuen Eindrücken. Wir freuen uns.

 

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